Vom Muggel zum Ravenclaw

HarryPotter

Eine Selbstreportage über die Suche nach dem perfekten Buch

Vollbepackte Männer an den Seiten ihrer Frauen, sich lautstark unterhaltende Jugendliche und umherirrende Besucher mit und ohne Ziel: Ich befinde mich im Allee-Center in Magdeburg.
Allerdings gehöre ich nicht zu den ziellosen Shoppern; ich steuere geradewegs Thalia an, eine Buchhandlung, die über die Jahre zu meiner Wohlfühloase geworden ist.
Sobald ich den Laden betrete, nimmt das Stimmengewirr hinter mir ab. Ich schlängele mich an den vollen Kassen vorbei, entlang der Tresen, auf denen Hausaufgabenhefte und was man noch so für den Schulstart braucht, drapiert sind, hinüber zu den Kalendern. Mein Blick bleibt kurz auf einem Hundewelpen, der einen der Kalender ziert, hängen, ehe ich mein Ziel wieder ins Visier nehme. Kurz bleibe ich bei den Biografien stehen, doch ein Buch auf dem Donald Trump prangt, animiert mich dazu, weiterzugehen.
Voller Vorfreude auf eine neue Errungenschaft, bleibe ich vor den Jugendbüchern stehen. Was vor mir liegt, sind nicht nur haufenweise Bücher, sondern auch sechs Wochen Sommerferien – ganze 42 Tage, in denen ich mich hinter tragischen Liebesgeschichten oder feindseligen Thrillern verstecken kann. Dafür fehlt mir allerdings noch das richtige Buch.
Trotz x-maligem Lesen sämtlicher Klappentexte und akribischen Suchens nach Titeln und Covern, die Neugierde in mir auslösten, spracht keines der Bücher wirklich für sich. Entweder ist es zu schnulzig, zu gruselig, zu gewöhnlich oder zu langweilig. Vielleicht ist auch die Auswahl zu groß oder ich bin einfach zu wählerisch. Jedenfalls war der Zeitpunkt angelangt, an dem ich den Laden ohne eine zufriedenstellende Sommerlektüre verließ.
Natürlich veranlassten mich diese traurigen Ergebnisse nicht zum Aufgeben, ganz im Gegenteil: von nun an sollte jeder Buchladen genauestens inspiziert werden, bis ich das perfekte Buch gefunden habe.

Meine zweite Ferienwoche bringt mich an die Nordsee. Das Hundegebell liefert sich einen ständigen Kampf mit dem Rauschen der Wellen, eine kühle Brise weht mir um die Nase, der Moment schien ein perfekter Sommermoment zu werden. Allerdings fehlt weiterhin das Buch. Klar, in meinem Gepäck befindet sich ein Buch, doch es war nicht mehr, als ein wahllos heraus gezogenes Buch meines Noch-Lesen-Stapels.
Es wäre auch eine Idee, irgendein Buch zu lesen, doch will oder soll ich in die Welt der Buchstaben, Wörter und Geschichten fliehen?

An einem schönen, sonnigen Tag fahren wir in eine naheliegende Stadt. Während mein Vater den Tag mit dem ständigen Drücken des Auslösers seiner Kamera verbringt, halte ich zwischen den Touri- und Klamottenshops Ausschau nach einem Bücherladen.
Der erste Bücherladen, der zweite, der dritte.. doch kein Buch für mich…

Die dritte und vierte Ferienwoche verstrich, und ich war immer noch bücherlos. Doch etwas fällt nun in meine Auswahl. Ein Buch, das seit Weihnachten 2016 bei mir Zuhause liegt, das ich bisher immer ignoriert habe und als komischen Fantasyroman abgestempelt habe.
Lange rede, kurzer Sinn: letztendlich bin ich im Ligusterweg Nr.4 bei Harry Potter gelandet.

Josi

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