„Es gibt auch Kinder, für die ist die Kindheit eine Herausforderung“

C66434B7-2F3B-42E8-8F3B-41237109F1DESo schwer oder auch leicht uns das Leben manchmal erscheint, ist der Hort für uns alle ein Ort zum Austoben und Runterkommen gewesen. Doch viel wichtiger als die Räumlichkeiten an sich, sind die Menschen dahinter. Kirsten Flügge, die Leiterin des Hortes, arbeitet seit August 2001 in der Einrichtung und hat während dieser Zeit die verschiedensten Erfahrungen gemacht.  

Heute Teil 1 unseres Interviews

Gab es mal eine Zeit, in der Sie daran gezweifelt haben, dass die Arbeit im Hort die Richtige für Sie ist?

Nein, niemals. Ich mache die Arbeit hier sehr gerne. Es ist eine Arbeit, die jeden Tag etwas Neues mit sich bringt und sehr weit gefächert ist: Einerseits die Arbeit mit meinem tollen Team, der Umgang mit den Kindern, der sowieso immer schön ist, und all das, was man für die Einrichtung noch erreichen kann. Wir haben einmal mit 119 Kindern angefangen und hatten lediglich zwei Räume zur Verfügung. Das war natürlich nicht optimal. Jetzt haben wir eine Kapazität von 290 Plätzen. Wir haben uns aber schon damals überlegt: wir wollen was Tolles! Deswegen haben wir uns dafür entschieden, ein offenes Konzept anzubieten: viele verschiedene Sachen, sodass die Kinder entscheiden, was sie machen möchten. Das haben wir über die Jahre erweitert, verfeinert, Neues dazu genommen und verändert. Weil diese Arbeit so ist, ist sie viel mehr als nur das.

Was fällt Ihnen im Umgang mit den Kindern leicht und was ist herausfordernder?

Kinder sind etwas ganz Besonderes. Manchmal haben sie aber auch schlechte Tage, aber das dürfen sie ja. Das ist ihr Recht. Für manche von ihnen ist die Kindheit auch eine Herausforderung. Wichtig ist einfach, dass man jedes Kind so nimmt, wie es ist.

Würden Sie sich in einem späteren Leben nochmal für diesen Beruf entscheiden?

Auf jeden Fall.

Wollten Sie schon immer etwas mit Kindern machen, beziehungsweise Erzieherin werden?

Ja, in der Schulzeit wollte ich schon etwas mit Kindern machen und habe auch nebenbei Patenschaften übernommen. Früher war das einfach Alltag. Außerdem habe ich gerne in Arbeitsgemeinschaften mitgewirkt, in denen man etwas mit Kindern zu tun hatte. Später habe ich mich dann für ein Studium als Freundschaftspionierleiterin interessiert. Und warum? Damals in der Schule – ich bin ja noch in der DDR aufgewachsen –  gab es Pioniere und FDJler. Das Besondere daran war, dass sie immer ganz viel nachmittags gemacht und organisiert haben. Da wurde mir klar: Das will ich auch mal machen. Ich fand aber auch Unterrichten toll, doch ich wollte nicht nur das machen. Dieser Studiengang war was ganz Tolles, da man Lehramt studiert hat, und noch eine zusätzliche Qualifikation als Pionierleiterin. Mein Studium fiel in die Wendezeit, und dieser Studiengang brach infolgedessen weg.

Letztlich habe ich mein Studium als Grundschullehrerin in Magdeburg abgeschlossen, dann aber für mich realisiert, dass ich gar nicht Lehrerin werden wollte. Glücklicherweise gehörte zu dem Studiengang der Horterzieher auch dazu. Zuerst habe ich dann zehn Jahre lang in Burg gearbeitet – mit Kindern, die vor allem auch aus herausfordernden Umständen kamen. Später wollte ich doch zu meinen Wurzeln zurück und habe mich bewusst für den Hort in Gommern beworben. Als es hieß, ich solle hier nicht nur arbeiten, sondern den Hort auch leiten, habe ich gesagt, „Okay, mal schauen“ – und das bis heute nicht bereut.

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